Simon Wyrsch Interview

Simon Wyrsch Interview

Den Namen Simon Wyrsch habe ich als regelmäßiger Besucher der Jazzhall schon öfters gelesen. Simon wohnt in Zürich in der Schweiz. Er spielt regelmäßig in der Jazzhall und ich hatte die Gelegenheit, Simons Musik zu lauschen. Simon Wyrschs Hauptinstrument ist die Klarinette.

Simon Wyrsch beherrscht alle Jazzstile und spielt darüber hinaus genreübergreifend sehr vielseitig. Er tourte in zahlreichen Ländern der Welt, darunter eine bemerkenswerte Tour 2015 durch Russland. Darüber habe ich mit Simon im Juni in Stuttgart gesprochen.

Seine Website findet ihr hier:

http://simonwyrsch.ch/

Hallo Simon, was schätzt du an der Klarinette?

Die Klarinette ist ein sehr vielseitiges Instrument und in vielen Musikstilen zuhause, somit lassen sich ganz viele verschiedene Musikstile spielen. Diese Abwechslung schätze ich sehr.

Sei es klassische Musik oder seien es alle Formen von Jazz, Volksmusik vieler Länder usw., da ist für jeden, Spieler sowie Zuhörer, was dabei. Auch der Aufwand an Transport hält sich in Grenzen, was für einen reisenden Musiker von Vorteil ist, meine Klarinette ist immer im Handgepäck.

Was sind deine großen Vorbilder?

Alle Musiker, die es verstehen, das Herz und das Hirn zu vereinen, sprich Gefühle und Intellekt zu kombinieren, also weder nur technisch herumzufiedeln, noch unwissend herumzutröten.

Vorbilder, auch in Bezug auf Musik, sind Menschen wie z.B. Charlie Chaplin, Don Rickles uvm.

Was schätzt du am Great American Songbook

Da gibt’s einen unermüdlichen Fundus an Jazz-Standards, die sich immer wieder neu interpretieren lassen, quer durch alle Jazzgenres hindurch, einfach eine ganz tolle Ausgangslage für den Jazz.

Was gefällt dir an der Schweizer Jazzszene?

Es ist ein sehr kleines Land, das für seine Größe enorm viele Clubs, Festivals und Veranstaltungen zu bieten hat, das ist wirklich lobenswert.

Was ist deine Meinung zur deutschen Jazzszene?

Ich habe mittlerweile einige deutsche Kollegen, mit denen ich jazze, und schätze diesen Austausch sehr, denke aber weniger in den Begriffen CH- oder DE-Szene, natürlich sind an beiden Orten verschiedene Akteure tätig, aber eine Szene meint auch immer einen kleinen exklusiven Teil von Musikern in einer Stadt oder einem Land. In so einem Verein bin ich nirgends zu finden.

Du warst 2015 in Russland. Wie ist diese Tournee entstanden?

Ich war 2014 auf der jazzahead!-Messe in Bremen und habe den Organisator dieser Tour persönlich kennengelernt. Anschließend habe ich ihm mein Interesse mitgeteilt, im folgenden Jahr teilzunehmen, was dann erfreulicherweise auch möglich wurde.

Welche besonderen Eindrücke hast du von der Tour?

Ich habe viele wunderschöne Landschaften in Erinnerung und herzensgute Menschen, die unvoreingenommen der Musik lauschten.

Was bedeutet das Wort Jazz für dich?

Jazz ist für mich nebst einem Musikstil auch ein „way of life“, denn auch im Alltag ist die Kunst des Improvisierens gefragt. Jazz bedeutet für mich eine Musik mit endlosen Möglichkeiten, eine Musik, die für jede Gemütslage, für jedes Gefühl einen passenden Soundtrack liefern kann. Improvisation, Freiheit, Ausdruck, etc. , Jazz eben …

Was schätzt du an der Jazzhall in Stuttgart?

Die Jazzhall in Stuttgart ist ein ganz toller Ort, von denen es leider immer weniger gibt. Jeden Tag Live-Jazz in relaxtem Ambiente in einem Jazzkeller, einfach unschlagbar. Nicht zu konzertant, aber auch nicht zu fest Hintergrundmusik, eine gute Mischung, so finde ich, einzig ... neee, das lassen wir jetzt (schmunzelt).

Welche weiteren CD-Produktionen sind geplant?

Gerne würde ich eine Brasil-CD machen, mit Bossa Nova, Latin Jazz, etc., mal schauen!

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